Heute vor einem Jahr…


Sonnig am 10.12.2016
Playa de los Lances Norte – Tarifa – Spain

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Advent, Advent - das zweite Lichtlein brennt!

Advent, Advent – das zweite Lichtlein brennt!

Wir wünschen allen unseren Lesern einen schönen 2. Advent ♥

Unveröffentliche reale Geschichten – Geschichten, die das Leben schreibt!
Falsch behandelt!

Hand auf’s Herz – wer von Euch wurde schon mal komplett falsch behandelt beim Arzt? Mir ist das selbst – zum Glück (weiss man das selbst so genau?) – noch nie passiert. Aber meine Mutter wurde leider Opfer einer Reihe von Fehlern!

Okay – kommen wir zur Geschichte von heute! Wir schreiben das Jahr 2005 – im April! Meine Mutter war bei mir in Berlin zu Besuch – sie klagte, dass sie schon seit mehreren Tagen Kopfschmerzen habe. Sie wollte zum Arzt gehen, wenn sie wieder in Sigmaringen ist – aber so weit kam es nicht, denn es kam alles ganz anders!

In der Nacht vom 21. auf den 22. April erlitt meine Mutter einen Schlaganfall in Berlin – wann genau, kann ich nicht sagen. Ich merkte am Morgen allerdings schnell, dass etwas nicht in Ordnung ist, denn sie rührte weder Kaffee noch Zigarette an → ganz untypisch für meine Mutter.
Auf Fragen lallte sie nur unmissverständlich – ich rief in einem Krankenhaus in der Nähe an, weches mir aber sagte, ich solle die Johanniter Unfallhilfe anrufen (und das, obwohl ich sagte, dass ich vermute, dass meine Mutter einen Schlaganfall erlitten hatte!). Sie blieben stur – ich solle dort anrufen, und ein Krankenwagen würde umgehend kommen.

Okay – das tat ich dann auch und die Sanitäter kamen auch recht zügig – da kann man nicht meckern – sie bestätigten meine Vermutung! Dann jedoch DER ERSTE FATALE FEHLER! Die Sanitäter fragten mich, in welches Krankenhaus sie meine Mutter bringen sollten – in das Bethel-Krankenhaus oder in das Benjamin Franklin – Krankenhaus? MICH (!) – ich wohnte gerade mal ein paar Monate in Berlin! Woher soll ich wissen, welches das RICHTIGE Krankenhaus ist? Ausserdem kannte ich keines von beiden! Sie entschieden also, dass meine Mutter in das Bethel-Krankenhaus kommen sollte.

Dort angekommen – gleich DER ZWEITE FATALE FEHLER! Obwohl meine Mutter mit Verdacht auf Schlaganfall eingeliefert wurde, musste sie über 2 ½ Stunden WARTEN! Jeder weiss, dass Minuten zählen bei einem Schlaganfall!!! Auf meine Bemerkung an der Rezeption: „Wie kann es angehen, dass ein Patient mit Verdacht auf Schlaganfall warten muss?“ wurde mir nur gesagt: „Sie sehen ja, wer alles noch vor Ihnen dran ist!“. Mann, Mann, Mann… OHNE WORTE! Ein Verbandswechsel kann ja auch mal warten – hier zählen Minuten!

Schliesslich kam sie in einen Behandlungsraum – die Ärztin bestägtigte den Verdacht – meine Mutter hatte einen Schlaganfall erlitten! Sie solle noch geröngt werden – das wäre im 1.OG. Okay – ich begleitete meine Mutter – zumindest bis zum Warteraum. Sie wurde abgeholt und kam nicht wieder! DER DRITTE FATALE FEHLER! Ich wartete und wartete und wartete, bis ich dachte: „Das kann jetzt aber echt nimmer sein!“. Ich schaltete mein Mobiltelefon wieder ein und rief die Zentrale unten an, wo meine Mutter bleiben würde – sie ist seit dem Röntgen verschwunden!
Man wolle sich darum kümmern, sagte man mir. Okay – ich wartete weiter!

Meine Mutter wurde endlich wieder gebracht (man hatte sie VERGESSEN!) und kam auf ihr Zimmer. Unfaßbar – man hatte meine Mutter im Röntgenraum VERGESSEN… Im Zimmer angekommen meinte man mir, dass ich jetzt nichts mehr für meine Mutter tun könne und ich wurde nach Hause geschickt. Man würde mich anrufen, wenn es etwas neues gäbe. Schweren Herzens verließ ich das Krankenhaus…

Am nächsten Morgen bekam ich um halb 10 einen Anruf vom Krankenhaus, ich solle mich umgehend auf den Weg in das Benjamin Franklin – Krankenhaus begeben, meine Mutter sei auf dem Weg dort hin mit einem Krankenwagen! Denn in diesem Krankenhaus gäbe es eine spezielle Abteilung für Schlaganfall-Patienten! Aha??? Und WARUM haben mir die Sanitäter ÜBERHAUPT die Frage gestellt, in welches Krankenhaus sie fahren sollen – wenn das Benjamin Franklin – Krankenhaus über eine hochmoderne Ausstattung für solche Patienten verfügt? Sie hatten ja auch gemeint, es wäre ein Schlaganfall! Mann, Mann, Mann – da kann ich – tatsächlich nur noch den Kopf schütteln!

Inzwischen waren mehr als 24 Stunden seit dem Schlaganfall verstrichen – ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass meine Mutter nicht mehr rehatibiliert werden konnte… Nach rund 10 Tagen im Benjamin Franklin – Krankenhaus (ich besuchte sie dreimal täglich! War kaum 10 Minuten von mir entfernt) kam sie zwar in eine Reha-Klinik oberhalb von Berlin (Anfahrt vom Süden Berlins, wo ich wohnte bis nach Bernau => 2 Stunden) – ich besuchte sie dreimal wöchentlich! Mehr ging nicht – ich musste ja auch noch arbeiten mit meiner Immobilien-Firma, die ich damals hatte.

Ein Freund von mir (Lars W.), der beim ZDF arbeitete hatte in seiner Familie einen ähnlichen Fall, der allerdings besser ausging, als bei meiner Mutter. Wir drehten eine Dokumentation über falsche Behandlungen bei Ärzten mit Interview (so gut es ging) mit meiner Mutter (nun in Süddeutschland), Interview mit mir und versuchten Interviews im Bethel-Krankenhaus. Das ZDF-Team war nicht in der Lage ein Interview von einem der Verantwortlichen in diesem Krankenhaus zu bekommen! Ich hatte gehofft, meine Mutter bekäme vielleicht Schadensersatz – aber weit gefehlt!

Trotzdem DANKE an Lars W. – es war ein Versuch wert!

Schlaganfall

Schlaganfall

Freie Grafik von https://pixabay.com/

Ich hoffe, dass niemand von unseren Lesern jemals in eine solche Situation kommt – weder als Patient, noch als Angehöriger!

Du hast etwas ähnliches erlebt? Schreibe mir Deine Geschichte – ich werde sie dann im nächsten Adventskalender veröffentlichen ♥

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